Kennen Sie das? Mitten im schönsten Schlummer beendet das nervige Piep-Piep-Piep des Weckers die Nacht. Erst vielleicht ein ärgerliches Brummen, dann ein unsanfter Stoß mit dem Ellenbogen von der anderen Seite des Bettes, anschließend hektisches Tasten nach dem Wecker – und dann: wieder süße Ruhe, weil man endlich die Snooze-Taste gefunden hat. Bis ein paar Minuten später das Spiel von Neuem beginnt.

Eigentlich ist das ja ein großer Unsinn: Wenn ich mir angewöhnen würde, gleich beim Klingeln des Weckers aufzustehen, hätte ich unterm Strich mehr davon. So aber muss ich den Wecker künstlich eher stellen, damit ich trotz meiner Verzögerungstaktik den Tagesplan schaffe.

Oft genug mag es uns ganz Ähnlich mit dem Reden Gottes gehen: Mitten im schönsten Schlummer drängelt sich der Heilige Geist in unser Leben und beendet die trügerische Nachtruhe. Das schreckt uns auf; wir verfallen in Hektik; wir lassen uns eine Menge einfallen, damit wir nicht zur Tat schreiten müssen. Und doch: Ruhe finden wir so nicht. Denn Nachfolge bedeutet nicht, dass meine Bequemlichkeit oder mein Ungehorsam die Oberhand behalten – Nachfolge bedeutet, dass ich auf Gottes Reden hin ans Werk gehe. Denn: Gott hat einen Plan für mich. Und der besteht aus mehr als herumzuliegen, bis die Ewigkeit anbricht.

Es ist gut, dass Gott sich in Seinem Reden nicht abstellen lässt. Es ist noch besser, wenn wir die Gelegenheiten nutzen, auf dieses Reden zu hören – beim Gottesdienstbesuch, im Hauskreis, in der persönlichen Stillen Zeit. Aber noch besser wird es sein, wenn das Reden Gottes in unserem Leben Auswirkungen hat: Auf den Streit mit meinem Ehepartner, auf die Erziehung meiner Kinder, mein Denken, Reden und Handeln als Angestellter oder Vorgesetzter, mein Engagement für Jesus, auf den Einsatz meiner Gaben für das Engagement meiner Gemeinde oder Gemeinschaft, auf mein Beten und Arbeiten. Deshalb: „Wach auf, du Schläfer!“ (Eph 5,14)

Stefan Heine

„Wach auf, der du schläfst, und steh auf …“